Allgemeine Bedingungen für Trinkwasseruntersuchungen der TWG-Hausanalyse

1. Probenahme- und Beratungsstelle:

Die TWG Hausanalyse ist eine Probenahme- und Beratungsstelle in Detmold. Herr Bellmer ist LÖGD-IWW-zertifizierter Trinkwasser-Probenehmer und Haustechnik-Ingenieur mit mehr als 30-jähriger Berufserfahrung und VDI 6023-A-Zertifizierung für Hygieneinspektionen von trinkwassertechnischen Anlagen in Gebäuden. Er wird als externer Trinkwasser-Probenehmer der akkreditierten Untersuchungsstelle HBICON, dem Institut für Hygiene, Bakteriologie, Analytik, Umweltmedizin, Consulting in Bielefeld geführt und ist in das Qualitätsmanagementsystem der Untersuchungsstelle eingebunden, d. h.  vertraglich verpflichtet, den Qualitätsanforderungen des Labors Folge zu leisten. Die Zusammenarbeit zwischen der TWG Hausanalyse und dem HBICON ist eingespielt und hat sich langjährig bewährt.

2. Keine Trinkwasser-Untersuchungsstelle:

Die TWG Hausanalyse ist keine Trinkwasser-Untersuchungsstelle gemäß § 15 der Trinkwasserverordnung. Auf der Interseite www.lanuv.nrw.de/analytik/trinkw_rv/tw_ustellen.htm des Landesamtes für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz Nordrhein-Westfalen ist eine Liste von entsprechend geeigneten Untersuchungsstellen mit Laborstandort Nordrhein-Westfalen aufgeführt. Das vorgenannte Labor HBICON wird in dieser Liste mit einer Akkreditierungsnummer geführt.

3. Probenahmestellen:

Im Rahmen der beschriebenen Struktur (siehe Pkt. 1) beprobt Herr Bellmer Trinkwasser-Installationen im Auftrag des HBICON oder im Auftrag von Betreibern. In Fällen, bei denen das Gesundheitsamt die Probenahmestellen vorgibt, werden diese so wie angeordnet verwendet. In anderen Fällen werden die Proben dort genommen, wo sie aus Sicht der Vorgabenlage (u. a. lt. Empfehlung des Umweltbundesamtes und/oder des DVGW) notwendig sind.  Hierbei ist es zusätzlich so, dass eine enge Abstimmung zwischen Laborleitung und Herrn Bellmer stattfindet, um den vertraglichen Verpflichtungen hinsichtlich der Qualitätsanforderungen des Labors Folge leisten zu können. Weiterhin ist die Abstimmung wichtig, da die Verantwortung für Auswahl der Probennahmestellen und für die Durchführung der Probennahmen im Verantwortungsbereich der Laborleitung liegt.

4. Falls die Probenahmestellen ohne Vorgaben des Gesundheitsamtes festgelegt werden, ist Folgendes zu beachten:

Es fehlen häufig Anlageninformationen, wie z. B. Grundrisspläne oder/und Schemata der Trinkwasser-Installation. Zumeist ist es auch so, dass der Betreiber nicht selbst in der Lage ist, ausreichende Informationen zum Leitungssystem zu geben (Bsp.: Wo liegen Steigestränge? Welche Gruppen bestehen im Detail? Welche Zapfstellen werden von welchen Hauptgruppen versorgt?). Dabei kann es selbstverständlich vorkommen, dass die Trinkwasser-Untersuchung nicht zu 100 % der Vorgabenlage genügt. In einem solchen Fall wird dies protokollarisch festgehalten.

5. Die Probenahme erfolgt in Trinkwasser-Installationen von Kommunen und Industrie-Unternehmen:

Beispiele sind Schulen, Sporthallen, Schwimmbäder, Verwaltungsgebäude, Gebäude mit Hotel- oder Heimcharakter etc.  Trinkwasser-Anschlussleitungen, die im Verantwortungsbereich von Versorgungsunternehmen liegen (in der Regel vor dem Wasserzähler), werden ausdrücklich von der TWG-Hausanalyse nicht beprobt. Der Umfang der Beprobungen umfasst, je nach Auftrag, solche für Legionellen-, chemische und bakteriologische Untersuchungen. Herr Bellmer führt alle Beprobungen selbst durch. Die Trinkwasserproben werden unter Beachtung der Vorgabenlage zum Labor gebracht und dort untersucht. Der Auftraggeber der Wasseranalyse erhält einen Prüfbericht des Labors mit trinkwasserspezifischen Angaben und zusammenfassenden Auffälligkeits-Listen der TWG-Hausanalyse. Letztere umfassen eine Zusammenfassung des Labor-Prüfberichtes und in der Regel weitergehende haustechnische Hinweise.

6. Der Betreiber/Auftraggeber bestellt bei der TWG-Hausanalyse zwei Leistungen:

a.) haustechnische Grobüberprüfung durchgeführt durch die TWG-Hausanalyse direkt und
b.) trinkwasserseitige Untersuchung durch die akkreditierte Untersuchungsstelle HBICON indirekt (mit Herrn Bellmer als Probenehmer des HBICON). Die Abrechnung (Rechnungsstellung) für beides erfolgt von der TWG-Hausanalyse an den Auftraggeber der Untersuchung. Der Auftraggeber ist in der Regel der Betreiber der Trinkwasser-Installation. Mit der Weitergabe des Labor-Prüfberichts von der TWG Hausanalyse an den Betreiber/Auftraggeber erhält der Betreiber/Auftraggeber eine weitergereichte Leistung des Labors, in der Herr Bellmer - als Probenehmer des Labors - geführt wird. Die Richt-/Grenzwert-Überschreitungen, Bewertungen und Empfehlungen des weitergereichten Prüfberichts des Labors gelten für den Betreiber/Auftraggeber der trinkwassertechnischen Anlage direkt. Der Labor-Prüfbericht kann auch für die Benachrichtigung des Gesundheitsamtes verwendet werden. Einige Gesundheitsämter wünschen auch die zusätzlichen, haustechnischen Hinweise der TWG-Hausanalyse. Die wesentliche Bringeleistung des Betreibers an das Gesundheitsamt ist jedoch der Labor-Prüfbericht. Ausdrücklich wird der Betreiber/Auftraggeber von der TWG-Hausanalyse darauf hingewiesen, die im Labor-Prüfbericht aufgeführten Richt-/Grenzwert-Überschreitungen, Bewertungen und Empfehlungen zu beachten und umzusetzen. Die Weitergabe der Labor-Prüfberichte durch die TWG-Hausanalyse an den Auftraggeber und die nachfolgende Verwendung der Labor-Prüfberichte durch den Auftraggeber zur Benachrichtigung des zuständigen Gesundheitsamtes geschieht in Übereinstimmung mit dem Labor HBICON. Das Vorgehen der Probenahme und die Weitergabe der Labor-Ergebnisse an den Auftraggeber der TWG-Hausanalyse ist seit Jahren mit dem Labor eingespielt.

7. Auffällige Befunde:

Dies sind in der Regel Befunde, bei denen die Grenz- oder/und Maßnahmenwerte der Trinkwasserverordnung überschritten werden. Sie müssen vom Anlagenbetreiber/Auftraggeber dem Gesundheitsamt mitgeteilt werden. Die Auffälligkeiten bzw. Grenzwert-Überschreitungen gehen ursächlich aus dem Labor-Prüfbericht hervor. Im Falle einer Benachrichtigung an das Gesundheitsamt müssen ausschließlich die Original-Prüfberichte des HBICON verwendet werden. Die Auffälligkeits-Listen der TWG-Hausanalyse sind nicht Bestandteil des Prüfberichtes, sondern lediglich weitergehende, separate Hinweise. Falls Sie als Auftraggeber nicht der Anlagenbetreiber sind, so müssen Sie diesen unverzüglich über seine Anzeigepflicht informieren. Weitergehende Hinweise hierzu: siehe Pkt.: "12. Eigenverantwortliche Meldung von Laborergebnissen an das Gesundheitsamt und Maßnahmen" am Ende dieser Hinweise.

8. Leistungen der TWG-Hausanalyse:

8.1 Allgemeine Beschreibung der Leistungen:

Sie erhalten als Auftraggeber zusätzlich die beschriebenen, zusammenfassenden Auffälligkeits-Listen von der TWG-Hausanalyse über die Laborergebnisse. Die genannten Leistungen umfassen also ausschließlich Laborergebnisse, laborseitige Bewertungen der Wasserqualität und zusammenfassende Auffälligkeits-Listen. In der Regel werden in den Auffälligkeits-Listen ergänzende haustechnische Hinweise gegeben. Es handelt sich hierbei aber ausschließlich um stichprobenhaft festgestellte und unvollständig aufgenommene Problempunkte, die evtl. während der zeitlich kurzgefassten Probenahme in unmittelbarer, örtlicher Nähe des Zapfhahns aufgenommen wurden. Die Untersuchung umfasst ausdrücklich keine der folgenden Teilleistungen: a.) haustechnische Untersuchung, b.) Begutachtung der haustechnischen oder trinkwassertechnischen Anlage, c.) fach- oder sachverständige Beurteilung, d.) vereidigte Sachverständigen-Tätigkeit, e.) Sachverständigentätigkeit z. B. im Sinne der Technischen Prüfverordnung (oder ähnliches) oder zur Findung der Entstehungsgeschichte der vorliegenden Situation, f.) Hygieneinspektion im Sinne der VDI 6023, g.) brandschutztechnische Untersuchung und Bewertung, h.) feuerlöschtechnische Untersuchung und Bewertung,  i.) energetische Untersuchung und Bewertung, j.) sicherheitstechnische Untersuchung und Bewertung, k.) Planungsleistungen. Hauptaufgabe der Untersuchung ist ausschließlich die vorgenannte Beprobungstätigkeit, die labortechnische und zusätzlich zusammenfassende Bewertung der Wasserqualität. Falls gewünscht, können zusätzliche Beratungen bei der TWG-Hausanalyse abgerufen werden. Hierfür ist eine zusätzliche Beauftragung vom Auftraggeber notwendig.

8.2 Maßnahmen-Empfehlungen der TWG Hausanalyse:

In den vorgenannten Auffälligkeits-Listen werden teilweise nicht nur Hinweise zu Labor- und Haustechnik-Auffälligkeiten vorgenommen, sondern auch Maßnahmen-Empfehlungen. Sehr wichtig ist: Diese Empfehlungen dürfen nicht direkt umgesetzt werden, es bedarf immer einer Zwischenschaltung von Sonderfachleuten. Im Detail: Falls es sich um haustechnische, anlagentechnische oder manuelle Maßnahmen-Empfehlungen handelt, ist in jedem Falle die Zwischenschaltung eines haustechnischen Ingenieurbüros (mit VDI 6023-Zertifizierung) oder einer entsprechend vergleichbaren Instanz des Auftraggebers/Betreibers nötig.  Es bestehen hierfür zwei Gründe: Zum einen können unmöglich bei der kurzgefassten Beprobung alle relevanten und wichtigen Anlagendetails festgestellt werden. Im Gegenteil, die TWG Hausanalyse stellt hiermit klar, dass definitiv nur unvollständige Sichtungen erfolgen. Darum können die Maßnahmen-Empfehlungen immer nur allgemeiner Art sein und bedürfen in jedem Falle einer Anpassung bzw. Überprüfung, um den detaillierten Anforderungen der speziellen Situation vor Ort nachzukommen. Zum anderen: Seitens der Trinkwasser-Beprobung ist Unabhängigkeit vom Auftraggeber/Betreiber ein absolutes Muss und so auch vom Umweltbundesamt in der UBA-Stellungnahme: "Systemische Untersuchungen von Trinkwasser-Installationen auf Legionellen nach Trinkwasserverordnung" vom 23.08.2012 gefordert. Hier heißt es u. a. wörtlich: „Der Laborleiter trägt dafür Sorge, dass hinsichtlich der Unabhängigkeit der Durchführung der Probennahme im Sinne der DIN EN ISO/IEC 17025 keine Zweifel bestehen.“ Das heißt also, dass selbstverständlich Unabhängigkeit des Probenehmers bei der Probenahme bestehen muss und dass sogar der Laborleiter – hier: der des HBICON – die Verantwortung dafür trägt. Falls nun Änderungen an diesem Konzept der Trinkwasser-Untersuchung in dem Sinne vorgenommen werden, dass die TWG Hausanalyse direkt umzusetzende Maßnahmen-Empfehlungen gibt und diese evtl. sogar auf deren Erfolg wartet, bzw. diesen erwünscht, dann könnte die klare Linie der Unabhängigkeit belastet werden. Es könnte ganz praktisch zu Grenzüberschreitungen kommen in der Art, dass Probenahmen evtl. nicht mehr ausreichend unabhängig, objektiv, nach den strengen Vorgaben des UBA durchgeführt würden.

A.) Solche Grenzüberschreitungen werden von der TWG Hausanalyse hier ausdrücklich ausgeschlossen.

B.) Zusätzlich: Maßnahmen-Empfehlungen müssen immer vom Auftraggeber/Betreiber – am besten unter Einbezug o. g. Fachleute - eigenverantwortlich umgesetzt und koordiniert werden. Ausdrücklich machen wir hier also darauf aufmerksam, dass unsere Beratungen und Maßnahmen-Empfehlungen – beispielsweise bei auffälligen Befunden - nicht dazu benutzt werden dürfen, diese Eins zu Eins direkt umzusetzen. Dieses Vorgehen muss in jedem Fall beachtet werden.

9. Es gilt stets die aktuelle Trinkwasserverordnung:

Hieraus resultieren tiefgreifende Veränderungen und neue Vorgaben. Die Trinkwasserverordnung ist aus juristischer Sicht eine Rechtsverordnung zum Infektionsschutzgesetz. Sie legt die Güteanforderungen an das Trinkwasser, aber auch die Verantwortlichkeiten und Pflichten der Betreiber von Wasserversorgungsanlagen fest. Das Besondere ist, dass sich diese Verordnung nicht nur an die Stadtwerke und allgemeine Wasserversorger richtet. Gemäß Trinkwasserverordnung ist in der Regel jeder Besitzer oder Betreiber einer Hausinstallation, aus der Trinkwasser („Wasser für den menschlichen Gebrauch”) an Verbraucher abgegeben wird, selbst verantwortlich.

10. Hinweise zur Probenahme und zur Abgabe des Wassers:

10.1 Beprobung chemisch, bakteriologisch:

Falls keine Anordnung vom Gesundheitsamt besteht, wird versucht, zusammen mit dem Hausmeister/technischem Leiter/Personal eine oder mehrere Zapfstellen pro Gebäude oder Gebäudeteil zu finden, die am weitesten von der Haus-/Gruppeneinführung entfernt ist/sind und auch für Trinkzwecke von den Nutzern genutzt wird/werden kann. Diese wird (werden) dann beprobt. Es handelt sich nicht um eine umfassende Beprobung einer Vielzahl von Zapfstellen im Gebäude. Die zu überprüfenden Parameter werden in der Regel vom Gesundheitsamt vorgegeben. Falls nicht: Es werden nur einige - nicht alle Parameter - der Trinkwasserverordnung überprüft und selbstverständlich im Prüfbericht aufgeführt. Der Untersuchungsumfang kann jederzeit vom Auftraggeber erweitert werden. Welche Parameter genau untersucht werden oder untersucht worden sind, ergibt sich spätestens - im Detail - aus der detaillierten Auflistung des Prüfbericht des Labors. Die Probenahme (chemisch) erfolgt nach Entfernung des Wassertrahlreglers an der Auslaufarmatur, zumeist am Waschtisch oder an einer Küchenspüle. Danach chemische Probenahme. Danach erfolgt Desinfektion des Auslaufes und anschließend die bakteriologische Probenahme. Die jeweiligen Ablauf-Wassermengen zwischen den vorganannten Abläufen richten sich nach der Zielstellung/Vorgabe.

10.2 Legionellen-Beprobung:

Falls nichts anderes vereinbart wird und keine anderslautenden Vorgaben vom zuständigen Gesundheitsamt bestehen, wird die Probenahme entsprechend der Empfehlung des Umweltbundesamtes (UBA) vom 23.08.2012 [Systemische Untersuchungen von Trinkwasser-Installationen auf Legionellen nach Trinkwasserverordnung] durchgeführt. Es wird versucht, zusammen mit dem Hausmeister/technischem Leiter/Personal exemplarische Zapfstellen zu finden, die den Vorgaben des Umweltbundesamtes genügen. Vornehmlich werden dabei Waschtisch-Ausläufe in der Nähe von Duschen und Anschlüsse am Trinkwassererwärmer ausgewählt. Diese Stellen werden dann beprobt und zwar so: a.) wenn möglich wird der Wassertrahlregler von der Auslaufarmatur am Waschtisch entfernt /bei Duschen wird ggfs. (in Abweichung zur UBA-Empfehlung - je nach Vorgabe des Gesundheitsamtes) der Brausekopf nicht entfernt b.) es wird eine Desinfektion am Auslauf durchgeführt c.) nach Ablauf von ca. 1 Liter Trinkwasser erfolgt die Probenahme in einen sterilen Probebehälter (250 ml). Abweichungen vom empfohlenen UBA-Vorgehen werden schriftlich festgehalten. Direkt danach wird die 1. Wassertemperatur gemessen. Danach wird versucht bis zur Temperaturkonstanz Wasser ablaufen zu lassen. Nachfolgend erfolgt das Ablesen der 2. Temperatur. Beide Temperaturen sind im Prüfbericht des Labors vermerkt. Es muss hier ausdrücklich erwähnt werden, dass beispielsweise einige Gesundheitsämter, von der vorgenannten UBA-Empfehlung, anderslautende oder abweichende Vorgaben aufstellen. So kann es sein, dass z. B. Dusch-Ausläufe mit in die Untersuchung mit einbezogen werden. Auch ist es so, dass größere Ablaufmengen vor der Probenahme als 1 Liter vorgegeben werden können. Darüber hinaus kann es in der Realität und entsprechend der praktischen Situation vor Ort, vorkommen, dass auch ohne Vorgabe des Gesundheitsamtes, geringfügig von der o. g. UBA-Empfehlung abgewichen wird oder sogar abgewichen werden muss. Falls z. B. die Auslaufmenge so gering ist, dass nach der Probenahme sehr lange Zeit auf die Temperaturbeharrung abgewartet werden muss, kann es sein, dass die Temperaturmessung-Nr. 2 nicht zu 100 % die tatsächliche Beharrungssituation wiedergibt. Die Abweichungen werden dann aber, wenn sie wesentlich erscheinen, im Prüfbericht und in der mitgelieferten Zusammenfassung erwähnt. So wird z. B. die Trinkwasser-Ablaufmenge schriftlich festgehalten, wenn sie, vor der Probenahme ca. 1 Liter überschreiten sollte.

10.3 Abgabe des Trinkwassers:

Es können in der Regel nie alle Verbrauchsstellen beprobt werden. Für den Betreiber einer haustechnischen Anlage bestehen hohe Verantwortlichkeiten und Pflichten für alle Verbrauchsstellen auch für die nicht beprobten. Ein wichtiger Punkt ist, dass die Trinkwasserqualität nicht nur an den Hausübergabestationen (Schnittstelle Wasserversorgungsunternehmen/Hauseinführung), sondern an allen Entnahme- und Verbrauchsstellen in den Gebäuden und auf dem gesamten Gelände den Mindestanforderungen genügen muss. Das vom Betreiber abgegebene Trinkwasser kann ursächlich durch die Trinkwasser-Installation selbst so belastet sein, dass es den Vorgaben der Trinkwasserverordnung nicht nachkommt. Beispiele: a.) Legionellenbelastungen durch zu gering erwärmtes Warmwasser (PWH) oder zu warmes Kaltwasser (PWC), b.) allgemeine bakteriologische Probleme durch nicht zulässige Verbindungen zu Nichttrinkwasseranlagen oder Stagnationen c.) chemische Belastungen durch Schwermetalleinflüsse etc. Wasser, welches z. B. durch die Hausinstallation entsprechend so belastet wird, dass es den Anforderungen der Trinkwasserverordnung nicht entspricht, darf vom Betreiber nicht als Wasser für den menschlichen Gebrauch abgegeben und anderen nicht zur Verfügung gestellt werden.

11. Hingewiesen wird auch auf die Einhaltung der allgemein anerkannten Regeln der Technik:

Für die Hausinstallation sind das u. a. technische Regelwerke, wie die DVGW Richtlinien W 551 + W 553, VDI DVGW 6023, DIN 1988, DIN EN 806, DIN EN 1717, DIN 50930 Teil 6, DIN EN 12502 und weitere.

12. Eigenverantwortliche Meldung von Laborergebnissen an das Gesundheitsamt und Mindest-Maßnahmen:

Vorgaben des zuständigen Gesundheitsamtes gelten vorrangig. Der Betreiber (oder Unternehmer) der Hausinstallation einer trinkwassertechnischen Anlage ist gemäß § 16 der Trinkwasserverordnung verpflichtet, auffällige Laborergebnisse eigenverantwortlich und unverzüglich an das zuständige Gesundheitsamt weiterzuleiten. Hierauf wird nicht im Einzelnen im Labor-Prüfbericht hingewiesen. Es werden hier ausschließlich Grenzwert-Überschreitungen oder Überschreitungen des Technischen Maßnahmenwertes erwähnt. Falls im Prüfbericht solche Überschreitungen ausgewiesen sind, so ist das Gesundheitsamt vom Betreiber (Unternehmer) zu informieren. Im Einzelnen, siehe Punkte A, B und C:

A. Legionellen-Untersuchung: Falls bei einer Legionellen-Untersuchung der technische Maßnahmenwert von 100 KBE/100 ml überschritten wird, so ist der Betreiber gemäß § 16 und Anlage 3, Teil 2 der Trinkwasserverordnung verpflichtet, dies unverzüglich dem Gesundheitsamt zu melden. Dies gilt für jeden Betreiber (Unternehmer) unabhängig von einer öffentlichen, gewerblichen, nicht gewerblichen oder privaten Nutzung. Wir empfehlen hierfür den Original-Labor-Prüfbericht zu verwenden.

B. Mindest-Maßnahmen: Außerdem hat ein Betreiber (Unternehmer) bei Überschreitung des o. g. Legionellen-Maßnahmenwertes unverzüglich:

a. Untersuchungen zur Aufklärung der Ursachen durchzuführen oder durchführen zu lassen,
b. diese Untersuchungen müssen eine Ortsbesichtigung sowie eine Prüfung der Einhaltung der allgemein anerkannten Regeln der Technik einschließen,
c. eine Gefährdungsanalyse zu erstellen oder erstellen zu lassen und
d. die Maßnahmen durchzuführen oder durchführen zu lassen, die nach den allgemein anerkannten Regeln der Technik zum Schutz der Gesundheit der Verbraucher erforderlich sind.

Die vorgenannten Maßnahmen sind ohne Aufforderungen durch das Gesundheitsamt durchzuführen. Die Empfehlungen des Umweltbundesamtes sind dabei zu beachten.

C. Chemische und bakteriologische Untersuchung:  Werden einzelne, bakteriologische und chemische Grenzwerte der Trinkwasserverordnung überschritten, so ist der Betreiber (Unternehmer) gemäß § 16 der Trinkwasserverordnung verpflichtet, dies unverzüglich dem Gesundheitsamt zu melden. Wir empfehlen hierfür den Original-Labor-Prüfbericht zu verwenden.

13. Zusätzliche Beauftragung: Darüber hinaus kann Ihnen die TWG-Hausanalyse bei der Auswahl von sinnvollen Maßnahmen behilflich sein. Wichtig wäre dann die separate Beauftragung eines Gutachtens.

 

TWG Hausanalyse, Detmold, Stand: 06.09.2013